Leuchtwedel beim Hochzeitsauszug: Spalier richtig aufstellen

Der Auszug ist der Moment, den alle fotografieren und den trotzdem kaum jemand vorher durchspricht. Das Brautpaar tritt aus der Tür, die Gäste stehen irgendwie da, und wer gerade nicht aufgepasst hat, hält seinen Leuchtwedel noch ausgeschaltet in der Hand.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Reihen, etwa zwei Meter Abstand zueinander — breit genug für das Paar und den Fotografen
  • Wedel vor dem Aufstellen verteilen, nicht währenddessen
  • Eine Person gibt das Signal zum Einschalten
  • Für den Auszug Dauerlicht statt Blinken

Hier steht, wie der Ablauf in der Praxis funktioniert — von der Aufstellung bis zu der Frage, was danach mit den Wedeln passiert.

Wie das Spalier aufgestellt wird

Zwei Reihen, die sich gegenüberstehen, mit etwa zwei Metern Abstand. Das klingt viel, ist aber nötig: Das Paar geht nebeneinander, bleibt zwischendurch stehen, und der Fotograf braucht Platz, um rückwärts vorauszugehen. Bei anderthalb Metern streift man sich gegenseitig, und auf den Bildern wirkt es gedrängt.

Rechnet mit etwa einem Meter pro Person und Reihe. Bei 60 Gästen ergibt das zwei Reihen zu je 30 Metern — mehr Strecke, als die meisten erwarten. Wenn der Platz vor der Kirche oder dem Saal nicht reicht, stellt die Gäste enger und die Reihen leicht versetzt: Dann entsteht auf Fotos der Eindruck einer dichten Wand aus Licht statt einer Lücke.

Die Wedel werden nach innen und leicht nach oben gehalten, nicht senkrecht. So treffen sich die Lichtpunkte über dem Paar und bilden einen Bogen. Senkrecht gehalten sieht es aus wie eine Reihe Straßenlaternen.

Wann die Wedel in die Hände kommen

Nicht erst draußen. Wer 60 Wedel verteilt, während die Trauung endet, hat garantiert noch zwanzig Leute ohne Licht in der Hand, wenn die Tür aufgeht.

Besser: Die Wedel liegen schon vorher in Körben am Ausgang, und zwei Personen drücken sie den Gästen beim Hinausgehen in die Hand. Das dauert pro Gast eine Sekunde und läuft parallel zum ohnehin stattfindenden Hinausströmen.

Aus der Praxis: Bestimmt zwei Trauzeugen oder Freunde, die dafür zuständig sind — und sagt es ihnen am Vortag, nicht am Morgen. Es ist die Aufgabe, die am häufigsten untergeht, weil sich alle anderen gerade um das Paar kümmern.

Das Signal zum Einschalten

Der häufigste Fehler auf Auszugsfotos ist nicht die Aufstellung, sondern dass ein Drittel der Wedel nicht leuchtet. Die Gäste schalten ein, wenn sie daran denken — und das ist bei 60 Leuten über mehrere Minuten verteilt.

Deshalb braucht es eine Person, die laut das Signal gibt, sobald das Spalier steht. Ein einfaches „Einschalten, bitte!" reicht. Der Schalter sitzt am Griff, ein Druck genügt.

Für den Auszug ist Dauerlicht die richtige Einstellung, nicht Blinken. Blinkende Wedel erzeugen auf Fotos mit langer Belichtungszeit Lücken — manche leuchten im Moment der Aufnahme gerade nicht. Beim Standardmodell kommt ihr über mehrfaches Drücken zum Dauerlicht, bei den weißen Wedeln ist es der erste Modus.

Was der Fotograf braucht

Sprecht den Auszug vorher kurz mit ihm durch. Er wird zwei Dinge wollen: genug Gasse, um vor dem Paar herzugehen, und Zeit. Ein Auszug, bei dem das Paar in zehn Sekunden durchläuft, ergibt zwei brauchbare Bilder.

Sagt dem Paar deshalb vorher, dass es langsam gehen und zwischendurch stehenbleiben soll. Das fühlt sich im Moment künstlich an und ist auf den Bildern der ganze Unterschied.

Ein Vorteil gegenüber Wunderkerzen: Leuchtwedel leuchten stundenlang. Der Fotograf hat also nicht einen Versuch, sondern so viele, wie er braucht — und ihr könnt den Auszug notfalls wiederholen, ohne dass jemand Nachschub holen muss. Warum Wunderkerzen in vielen Locations gar nicht erst erlaubt sind, steht in unserem Vergleich mit Wunderkerzen.

Die vier häufigsten Fehler

Zu wenige Wedel. Wer knapp kalkuliert, hat am Ende der Reihe leere Hände. Rechnet einen pro Gast plus zehn Prozent — die genaue Rechnung mit Beispielen steht im Beitrag zur Mengenplanung.

Zu spät verteilt. Siehe oben: vorher in Körbe, nicht im Moment des Auszugs.

Bunt statt weiß. Multicolor-Wedel blinken und wechseln die Farbe. Auf der Tanzfläche ist das genau richtig, beim Auszug wirkt es unruhig. Für diesen Moment sind weiße Wedel die ruhigere Wahl.

Das Spalier zu eng. Zwei Meter klingen nach viel und sind es nicht, sobald Fotograf, Blumenkinder und ein paar Gäste mit Handys dazukommen.

Was danach mit den Wedeln passiert

Sie sind nicht verbraucht. Anders als Wunderkerzen leuchten sie nach dem Auszug einfach weiter — und das ist der Grund, warum sich der Kauf doppelt lohnt: Dieselben Wedel kommen beim Hochzeitstanz, beim Tortenanschnitt und auf der Tanzfläche noch einmal zum Einsatz.

Stellt dafür einen Korb am Ausgang auf, in den die Gäste die Wedel nach dem Spalier legen können. Dann sind sie eingesammelt, statt auf dem Parkplatz zu liegen, und lassen sich für den Abend neu verteilen.

Häufige Fragen

Funktioniert das Spalier auch bei Tageslicht?

Eingeschränkt. Die Glasfaserspitzen leuchten, gehen bei vollem Sonnenlicht aber unter. Bei einer Trauung am späten Nachmittag oder in der Dämmerung kommt der Effekt deutlich besser zur Geltung — das ist einer der Gründe, warum viele Paare den Auszug nach hinten legen.

Darf man das in der Kirche machen?

Das Spalier steht draußen vor dem Portal, nicht im Innenraum. Da es sich um batteriebetriebene Lampen und nicht um Pyrotechnik handelt, gibt es brandschutzseitig nichts zu genehmigen. Fragt trotzdem kurz beim Pfarrbüro nach, wie weit vor dem Eingang ihr euch aufstellen dürft.

Weiß oder mit Herz?

Beides funktioniert. Die Wedel mit Herz sind auf Fotos als Form erkennbar, kosten aber etwas mehr. Eine verbreitete Lösung: Herzwedel für Trauzeugen und Familie, einfache weiße für die übrigen Gäste.

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